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Der Mississippi-Dichter
 
Zum 100. Todestag von Samuel Clemens
 
Heute vor genau 100 Jahren starb Samuel Clemens, einer der renommiertesten amerikanischen Schriftsteller. Samuel wer...?
 
Seine Jugend verbrachte Samuel Clemens in Hannibal direkt am Mississippi. Als Kind träumte er davon, Lotse auf einem Dampfschiff zu werden - was ihm später auch gelang. Dem Mississippi und seinen Schiffen setzte Samuel Clemens in den Jugendbuch-Klassikern "Tom Sawyers Abenteuer" (1876) und "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" (1886), die mittlerweile zur Weltliteratur gehören sowie im Roman "Leben auf dem Mississippi" (1883) ein Denkmal. Nachdem sich die ersten großen Erfolge als Schriftsteller einstellten, legte sich Samuel Clemens den Künstlernamen Mark Twain zu, was in der Lotsensprache "zwei Faden Wassertiefe" hieß: eine Wasserstandsmarke, die dem Dampfschiff auf dem Mississippi freie Fahrt gewährte.
 
Geboren wurde Mark Twain im Jahr 1835 in einem kleinen Dorf in Missouri. Um nicht als Söldner der Südarmee im Amerikanischen Bürgerkrieg dienen zu müssen, floh er in den - damals noch - Wilden Westen. Dort schrieb er erste Zeitungsbeiträge und arbeitete als Reporter. 1867 startete er zu einer Rundreise durch Europa, dessen Hochkultur er als reisender US-Amerikaner auf die Schippe nahm. Dieser Reisebericht "Die Arglosen im Ausland" (1869) machte ihn, noch unter dem Namen Samuel Clemens, zum gefeierten Autor.

Mit seinen Romanen über Tom Sawyer und Huckleberry Finn, die sein Heimatdörfchen der Kindheit zu St. Petersburg und den Mississippi zum Strom der Abenteuer verklärten, wurde Mark Twain dann endgültig weltberühmt. Ernest Hemingway schrieb Jahre später, dass die gesamte moderne amerikanische Literatur von "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" abstamme: "Vorher gab es nichts. Danach hat es nichts gleich Gutes gegeben." In der Folgejahren schrieb Twain noch zahlreiche, durchaus USA-kritische Texte und Satiren. Auch den "Struwwelpeter" übersetzte er ins Englische. Vor allem aber mit seinen Jugendbüchern wird er der Nachwelt immer im Gedächtnis bleiben.

Zur Geburt Mark Twains im Jahr 1835 war der Halleysche Komet an der Erde vorüber gezogen, was nur alle 75 Jahre geschieht. "Nächstes Jahr wird er wiederkommen", sagte der Schriftsteller 1909 am Ende seines Lebens. "Ich erwarte, dass er mich mitnimmt." Mark Twain starb am 21. April 1910, als der Schweifstern über seinem Haus in Redding, Connecticut, erstrahlte. Der Komet erfüllte ihm seinen Wunsch, doch Mark Twains großartige Bücher durfte die Menschheit behalten.

THOMAS DOGEN
Chefredakteur
 
21.04.2010
 
 
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