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Ein Familientreffen der besonderen Art
 
Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen feierten gemeinsam auf dem Bonner Marktplatz den "Tag der interkulturellen Begegnung"
 
„Esst miteinander, sprecht miteinander, wisset, dass euer Geist gleichen Ursprungs ist.“
 
Diese Worte aus den Upanishaden schienen extra für diesen Tag geschrieben worden zu sein. Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen sprachen, aßen und feierten in friedlicher Stimmung miteinander. Am Sonntag, 14. Juni, dem „Tag der interkulturellen Begegnung“ gestalteten viele Vereine, Gruppen und Verbände aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus ein „Familientreffen“. Die Angehörigen dieser Familie bestehen aus Bonnern, Einheimischen wie Zugewanderten, die ein Zusammengehörigkeitsgefühl der besonderen Art empfinden. Ob weiße, braune oder schwarze Hautfarbe, die internationale und bunte Vielfalt verschmilzt zu einer neuen und doch vertrauten Einheit.
 
Neben vielen musikalischen und tänzerischen Darbietungen verwöhnten allerlei kulinarische Genüsse die Besucher. An vielen Tischen dicht beieinander sitzend, kosteten Sie spanische Paella oder indischen Kokosfladen, lauschten den Klängen des Sirthaki oder genossen bengalische Tänze und Lieder. Bei den Eritreern konnte das Publikum selbst auf der Bühne mittanzen, während bei der Aufführung kurdischer Volkslieder die Bühne schon zu klein war, um alle Tanzwilligen zu fassen. Kurz entschlossen machten die Leute unterhalb der Bühne mit. Viele Menschen hatten sich in den jeweiligen Landestrachten auf dem Bonner Marktplatz eingefunden. Man hätte tausend Mägen, Augen und Ohren haben müssen, und hätte doch nicht alle Angebote und Darbietungen aufnehmen und wertschätzen können.
 
Natürlich informierten die Teilnehmer auch über soziale Missstände in den Herkunftsländern oder boten sogar Informations- und Beratungstermine für individuelle Fragen an. Ergänzt wurde das Angebot durch diverse Bonner Institutionen wie dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., der Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder des Bildungswerks für Friedensarbeit, das sich mit seinem Programm auch an Migranten richtet. Auf Tuchfühlung gingen Politiker, die sich für Migranten engagieren.
 
Nachdem Herr Morales und Bürgermeister Nass alle Gäste willkommen geheißen hatten, wurde zum ersten Mal in diesem Jahr auch ein Integrationspreis verliehen. Dieser ging an drei Gruppen.
 
Den 1. Preis erhielt der „Spielplatz Finkenweg-Integration pur - rund um die Uhr“.
Dieses Projekt der „Jugendfarm Bonn“ wendet sich in erster Linie an Kinder
und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund.
Den 2. Preis erhielt der „internationale Garten Bonn“, ein Projekt bei dem durch gemeinsame Arbeit an Hecken und Wegen Wurzeln geschlagen bzw. Zäune aus Vorurteilen und Sprachbarrieren niedergerissen werden sollen.
 
Platz 3 ging an eine Gruppe älterer russischer Migranten. Sie wurde für das wöchentliche Lesen deutscher Zeitungen ausgezeichnet. Diese Initiative von Michael Roginsky sei besonders geeignet, um die deutsche Gesellschaft, Kultur und Politik nachhaltig kennen zu lernen, sowie den Gebrauch der deutschen Schriftsprache zu erlernen. Die Jury betonte, dass ihr die Wahl der Preisträger ob der Fülle guter Projekte nicht leicht gefallen sei. Es gebe natürlich noch viele andere Initiativen, Gruppen und Bürger, deren  Engagement man hätte würdigen müssen, verlautete es aus dem Kreis der Juroren. Wer übrigens 2010 zu den Preisträgern gehören möchte, kann schon jetzt bei der Geschäftsstelle des Integrationsrates die genauen Konditionen erfragen. 
 
 Text und Fotos: Brigitte Thiel-Rajabi
 
 
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