Wer "aus einer Mücke einen Elefanten macht", neigt dazu, die Dinge größer darzustellen als sie sind. Auf der Suche nach dem Ursprung für diesen Ausdruck menschlicher Übertreibung gerät man schnell in eine Zeit, in der es Erfindern tatsächlich gelang, das Sprichwort umzusetzen.
Anfang des 17.Jahrhunderts wurden die ersten Mikroskope gebaut und unter ihnen Dinge sichtbar, von denen man vorher keinen blassen Schimmer hatte. Einer der ersten deutschen "Mikrotechniker", der Kapuzinermönch Johann Franz Griendel von Ach, fand die passenden Worte für die erhellende Erfindung: "Mit dem Mikroskop kann man aus einer Mücke einen Elefanten machen", jubilierte er.
- Doch forscht man weiter in der Geschichte des Sprichwortes, stellt man erstaunlicherweise fest, dass diese Redewendung den Menschen schon viele Jahrhunderte vorher auf der Zunge lag, lange bevor die Vergrößerungen der Mikroskope einen konkreten Anlass für diesen Ausspruch lieferten. Bereits im 2.Jahrhundert nach Christus schloss der griechische Satiriker Lukian eine Rede mit den W
orten: "Ich hätte noch viel zu sagen. Trotzdem komme ich nun zum Schluss meiner Rede, denn ich will nicht den Eindruck erwecken, dass ich aus einer Mücke einen Elefanten mache." In jener Zeit waren die Griechen von diesen riesigen Dickhäutern noch sehr beeindruckt, da die Soldaten des Landes sie kurz zuvor erstmals im Kampf gegen die Perser und Inder auf den Schlachfeldern als Gegner zu Gesicht bekommen hatten.
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THOMAS DOGEN
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Chefredakteur Online-Redaktion
08.09.2009 |